Bruchsteinmauerwerke prägen seit Jahrhunderten unsere Baukultur. Lange bevor moderne Baustoffe selbstverständlich wurden, nutzte man die Steine, die in der Umgebung verfügbar waren. Mit handwerklichem Geschick wurden die unregelmässigen Natursteine ausgewählt, bei Bedarf zurechtgeschlagen und zu massiven Mauern zusammengefügt. Häufig verband Kalkmörtel die einzelnen Steine miteinander. So entstanden tragende Wände, die bis heute von der Erfahrung und Sorgfalt früherer Handwerker erzählen.
Diese Bauweise erfüllte eine wichtige Aufgabe: Sie machte vorhandene Materialien nutzbar und schuf beständige Gebäude für das tägliche Leben. Jeder Stein hatte seinen Platz. Aus unterschiedlichen Grössen und Formen entstand ein zusammenhängendes Mauerwerk mit einem unverwechselbaren Erscheinungsbild.
Viele dieser Mauern liegen heute unter später aufgebrachten Putzschichten verborgen. Dabei war auch früher nicht jedes Bruchsteinmauerwerk als sichtbare Oberfläche gedacht. Ein Kalkputz gehörte bei vielen Gebäuden zum ursprünglichen Aufbau. Ob eine Mauer wieder sichtbar gemacht oder mit einem passenden Putz erhalten wird, sollte deshalb auf ihre Beschaffenheit und die Geschichte des Gebäudes abgestimmt werden.


